“I´m a cyborg, but that´s ok” entstand 2006 unter der Regie von Park Chan-wook und wurde in Deutschland bereits am 20.01.2012 über Rapid Eye Movies auf DVD veröffentlicht. Bereits auf der 57. Berlinale im Jahr 2007 sorgte Park Chan-wook mit diesem Film für Aufruhe und begeisterte Publikum und Kritiker gleichermaßen. Capelight-Pictures hat sich nun die Rechte an „I´m a Cyborg, but that´s ok”  gesichert und veröffentlichte den Film nun in einem schönen Mediabook – auf DVD und erstmals auf Bluray.

Capelight-Pictures hat mir ein Mediabook für das folgende Review zur Verfügung gestellt, wofür ich mich vorab bedanken möchte. Ein Review zur DVD von Rapid Eye Movies hatte ich bisher noch nicht veröffentlicht, so dass ich diese Gelegenheit dazu nutzen möchte, etwas näher auf „I´m a Cyborg, but that´s ok“ eingehen möchte.

Vorab erstmal etwas zum Mediabook . Capelight-Pictures hat bereits mit dem Mediabook zu „Oldboy“ (ebenfalls ein Park Chan-wook Film) bewiesen, dass sie Wert auf Qualität legen. Und mit dem Mediabook zu „I´m a cyborg, but that´s ok” stellen sie unter Beweis, dass sie dieses Niveau auch beibehalten wollen. Das Booklet ist sehr interessant geschrieben und gibt viele Zusatzinformationen zu dem Film preis und ist darüber hinaus noch schön illustriert. Dazu liegt der Film sowohl in einer DVD- als auch in einer Bluray-Version vor, die u.a. mit einigen Bonusmaterialien gefüllt sind.

Der Film an sich ist für mich dann etwas schwerer zu beurteilen, denn nach „Mr. Vengeance“, „Oldboy“ und „Lady Vengeance“ (also der Rachetrilogie von Chan-wook) war meine Vorstellung zu “I´m a cyborg, but that´s ok” eine etwas andere, als das was ich im Endeffekt vorfand. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich „inhaltlich“ von dem Film enttäuscht bin, denn schlecht ist der Film nun nicht. Meine Erwartungshaltung ist einfach nicht erfüllt worden, so dass mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden bin.

Wie man aus dem Mediabook herauslesen kann, wollt Park Chan-wook hier einen etwas anderen Film machen und das ist ihm mit dieser etwas anderen Romantik-Komödie wirklich gelungen. Skurril ist schon das Setting des Films. Angesiedelt in einer südkoreanischen Irrenanstalt bekommen wir es mit einer vielen unterschiedlichen Charkteren zu tun, die jeder ein eigenes Päckchen Wahnsinn vor sich her tragen. Der Film lebt dabei aus der Mischung zwischen Realität und Tagträumereien, was den Regiesseur in die Lage versetzt, auch mal groteskes in den Film einfließen zu lassen. Dabei spricht Chan-wook gekonnt viele Thematiken an, die er gekonnt mit den Neurosen und Psychosen der Charaktere verknüpft und somit aber auch oft versteckt.

Und das ist auch eines der Hauptprobleme dieses Films. Denn dem „Mainstream“-Zuschauer bleibt der Gedankengang von Chan-wook meistens verborgen. Viele Anspielungen sind oft erst auf den zweiten oder dritten Blick erkennbar und aufgrund der überschaubaren Story verbleibt es wohl bei den meisten Zuschauern bei einer Erstsichtung. Denn eines ist klar: „I´m a Cyborg, but that´s ok“ ist keine einfache Kost und erschließt sich erst richtig, wenn man den Film ein zweites oder sogar drittes Mal schaut.

Etwas schwierig für mich auch die Beurteilung des Cast. Wir sehen Lim Su-jeong als Cha Young-goon, die mich zu keiner Zeit wirklich überzeugen konnte. Sicherlich liegt es ein wenig an der Story, die jetzt recht dünn und überschaubar ist und nicht viel von ihr abfordert. Aber irgendwie war sie mir in dieser Rolle irgendwie eher unsympathisch, woran die Verstärkung durch den K-Pop-Sänger Rain nicht viel ändern konnte. Zweckmäßig würde ich den gesamt Cast hier bezeichnen, nicht mehr.

Die deutsche Synchronisation geht in Ordnung, wobei ich mir den Film dann aber doch lieber im koreanischen Originalton (mit deutschen Untertiteln) angeschaut hatte. Bei der deutschen Version fehlt mir zum Teil die Lippensynchronistät und auch die Stimmen waren im Vergleich zu den Originalen nicht unbedingt passend zu den Schauspielern gewählt.  Auch einige Dialoge empfand ich nicht wirklich passend, so dass der Originalton einfach die bessere Wahl war.

Fazit
Durchschnitt 2,9 von 5

„I´m a Cyborg, but that´s ok“ ist insgesamt eher ein Arthousefilm und weniger für das Mainstreampublikum geeignet. Wer sich etwas näher mit einem Film auseinander setzen möchte, vielleicht noch versteckte Anspielungen mag, wird sich gut unterhalten fühlen. Wer jedoch auf Hollywood-Aktion-Hochglanzkino steht, sollte sich den Kauf des Mediabooks doch noch einmal überlegen.

I'm a Cyborg, but that's ok (dt. Trailer, FSK 6)

Filminhalt:

Fest davon überzeugt, ein Cyborg zu sein, schließt Young-goon (Lim Soo-jung) ihren Körper an eine Steckdose an, um sich aufzuladen. Sie überlebt den Stromschlag und wird in eine Nervenklinik eingewiesen, wo die Ärzte von einem Suizidversuch ausgehen. Young-goon hingegen begibt sich auf die Suche nach dem Sinn ihrer Existenz als Mensch-Maschine: Sie empfängt Signale aus dem Radio, holt sich Rat bei ihrer Bettlampe und unterhält sich mit dem Getränkeautomaten. Da Cyborgs keine Nahrung zu sich nehmen, leckt sie an Batterien, um ihren Energiebedarf zu decken. Die Ärzte wissen nicht mehr weiter. Einzig der Patient Il-sun (Rain) findet Zugang zu der mittlerweile stark Unterernährten. Zwischen den beiden entwickelt sich eine zarte Romanze, weshalb Il-sun alles Erdenkliche versucht, um Young-goon vor dem drohenden Hungertod zu bewahren.

Releasedatum: 2018-07-13

I’m a Cyborg, But That’s OK · 2-Disc Limited Collector's Edition im Mediabook

싸이보그지만 괜찮아

Science-Fiction Real-Film

Releasedatum: 2018-07-13   Produktionsjahr: 2006
Laufzeit: 105 Minuten
Publisher: Capelight Pictures


Besetzung
Stab
Informationen zu den mitwirkenden Personen:

keine mitwirkenden Personen bekannt

Geboren

Bisher konnte zu diesem Titel noch keine Personen zugeordnet werden.

Kurzbeschreibung

Filminhalt:

Fest davon überzeugt, ein Cyborg zu sein, schließt Young-goon (Lim Soo-jung) ihren Körper an eine Steckdose an, um sich aufzuladen. Sie überlebt den Stromschlag und wird in eine Nervenklinik eingewiesen, wo die Ärzte von einem Suizidversuch ausgehen. Young-goon hingegen begibt sich auf die Suche nach dem Sinn ihrer Existenz als Mensch-Maschine: Sie empfängt Signale aus dem Radio, holt sich Rat bei ihrer Bettlampe und unterhält sich mit dem Getränkeautomaten. Da Cyborgs keine Nahrung zu sich nehmen, leckt sie an Batterien, um ihren Energiebedarf zu decken. Die Ärzte wissen nicht mehr weiter. Einzig der Patient Il-sun (Rain) findet Zugang zu der mittlerweile stark Unterernährten. Zwischen den beiden entwickelt sich eine zarte Romanze, weshalb Il-sun alles Erdenkliche versucht, um Young-goon vor dem drohenden Hungertod zu bewahren.


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