Wie habe ich mich auf diesen Titel gefreut. Wie lange habe ich gewartet, um mal wieder ein "Final-Fantasy-Spiel" spielen zu können. Und ich habe mir dafür dann auch extra die neuste Konsolengeneration angeschafft, um diesen "Ausnahmetitel" spielen zu können.

Im November 2016 endlich erschienen habe ich mir bis heute Zeit gelassen, ein Review zu schreiben. Ich wollte dem Spiel den nötigen Respekt erweisen und es erst einmal durchspielen, um wirklich ein abschließendes Bild über diesen Titel vortragen zu können.

Und der ist leider alles andere als positiv.

UNCOVERED:FINAL FANTASY XV Trailer (JAPANESE)

Positiv

Fangen wir aber erst mal doch mit den positiven Dingen von Final Fantasy XV an, denn ein schlechtes Spiel ist es im Ganzen nicht.

Square Enix hat es hier wirklich geschafft, eine schöne Grafik auf den Bildschirm zu zaubern. Dabei kann man sich jetzt natürlich streiten, ob einem das Wild West Setting mit den ganzen Tankstellen usw. wirklich gefällt. Schön aussehen tut es aber. Auch die Animationen der Charakter sowohl in den wenigen Zwischensequenzen als auch Ingame und in den Kämpfen sind sehr gut und immer flüssig. Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, mit hölzernen Puppen zu agieren.

Sehr überrascht war ich dann auch von der tollen Sprachausgabe, die sowohl im japanischen Originalton als auch ausnahmsweise mal in kompletten deutsch vorlag. Hut ab.

Die Grundidee hinter Final Fantasy XV ist auch super und so hatte ich die ersten Spielstunden richtig viel Spaß mit dem Titel.

Wenn dann nicht die negativen Aspekte irgendwann in den Vordergrund gerückt währen.

Negativ

Ich weiß nicht ganz genau wo ich hier dann anfangen soll, so viele Dinge gibt es zu kritisieren. Aber ich will mal versuchen, mit dem inhaltlichen Dingen anzufangen und dann eine Überleitung zu den restlichen Dingen zu finden.

Also, die Story ist für mich einmal das wichtigste bei einem J-RPG und damit habe ich bei Final Fantasy XV so meine Probleme. Anfangs war ich sehr überrascht, dass Square Enix eine kleine Mini-Animeserie produziert und dann noch kostenlos zum Anschauen frei gibt. Dann gab´s ergänzend noch ein Animefilm, den man auf Bluray erwerben kann und das schürte in mir die Hoffnung, inhaltlich ein bombastisches JRPG Feuerwerk zu bekommen, was inhaltlich alles Dagewesene toppt.

Leider muss ich nach über 80 Spielstunden nun feststellen, dass ich selten eine so dünne, lückenhafte und anspruchslose Story gesehen habe, wie bei diesem Spiel. Und das haben dann wohl auch die Entwickler gemerkt und versucht, durch die Animes die Lücken in der Story zu füllen.

Ich kann mich mit keiner Figur in Final Fantasy wirklich anfreunden. Ich habe keinerlei emotionale Bindung zu einem Charakter und es ist mir eigentlich auch jeder Charakter egal.

Die Story, wenn man überhaupt davon reden kann, dümpelt so vor sich hin. Oftmals bekommt man gar nicht mit, dass jetzt wieder etwas Wichtiges passiert ist. So bin ich in dem einem Moment noch auf der "wichtigen" Suche nach Königswaffen, wo ich dann im nächsten Moment irgendwelche Götter erwecken soll, um deren Kräfte zu bekommen. Wieso, weiß ich bis heute nicht so richtig.

Klischees treiben oftmals die Story voran, was dann nicht unbedingt originell ist und dadurch sehr vorhersehbar wirkt. Am Anfang ist Final Fantasy XV dann auch sehr offen gestaltet, was dann zum Verständnis der Story alles andere als gut ist, denn ich bin zu oft zu lange mit Nebenmissionen abgelenkt, so dass ich später erst mal wieder in den Hauptplott reinfinden muss.... so nach dem Motto, wie war das nochmal? Eine richtige Zusammenfassung der Story habe ich dann auch nicht gefunden, so dass ich mich immer nur an den Missionszielen orientieren konnte.

Zieht sich die Story am Anfang des Spiels dann wie Kaugummi hin, weil man oft mit zufälligen Nebenmissionen beschäftigt ist, so merkt man, dass zum Ende hin den Entwicklern die Zeit ausgegangen sein muss. Denn ungefähr zur Hälfte der Episoden wird man in eine Zweite Welt, die dann strickt linear aufgebaut ist hineingeworfen und die Story wird wie in einem 50 Meter Sprint einfach nur noch vor sich hingetrieben. Keine Zeit mehr für Nebenmissionen oder schöne Erkundungstouren. Man betritt einen Ort, spielt die Story durch und Schwupps, geht´s weiter zum nächsten Ziel, ohne Zeit für eine paar schöne Ausflüge.

Die Story wirkt zum Ende hin dann so getrieben, dass man hier auch nicht mehr versteht, was denn nun, warum passiert. Schlimmer noch, man hat auf einmal einen Cut von 10 Jahren, der inhaltlich mal einfach so übersprungen wird und man sich fragt, warum das jetzt und was ist in dieser Zeit überhaupt passiert. Auch hier wieder eindeutig sichtbar, dass keine Zeit mehr da war, um den Rest des Spieles zu entwickeln.

Spielemechanik von Final Fantasy XV

Ok, die Story ist mies und hat Lücken, aber das Ganze könnte man verschmerzen, wenn die Spielemechanik und die Rollenspielelemente dann passen würden. Schöne Kämpfe, ausgeklügeltes Magiesystem und die "Bestia" würden dann vieles an Spielspaß wieder herausholen können. Aber leider auch hier wieder nicht das, was man von Final Fantasy erwartet.

Das Kampfsystem in Final Fantasy XV ist einem actionlastigem Buttonmashing gewichen, was mir von Anfang an keinen Spaß gemacht hat. Taktische Elemente werden einem nur vorgegaukelt und wirklich abwechslungsreich waren die Kämpfe dadurch nicht mehr.

Die Auswahl der Waffen war so etwas von simpel, nur die Waffe mit dem stärksten Schaden wählen und drauf hauen, das war’s. Magie kann man benutzen, muss man aber nicht und ein Blick auf die Ausrüstung ist ebenfalls nicht notwendig.

Dann gibt es noch Fähigkeitspunkte, mit denen ich besondere Fähigkeiten freischalten kann. Aber ehrlich gesagt hat dieses auf den Kampf auch nicht so wirklich spürbare Auswirkungen, so dass man auch hier im späteren Spielverlauf einfach vergisst, drauf zu achten.

Dazu gesellen sich dann noch besondere Königswaffen, die eigentlich nur für den Endkampf notwendig sind, da sie für die Filmsequenz schön in Szene gesetzt werden. Einen spielerischen Mehrwert hat die Suche nach diesen Waffen nicht und man bekommt sie fast alle in der Hauptquest aufs Silbertablett serviert. Einige Königswaffen kann man in optionalen Dungeons abgreifen, aber ehrlich gesagt lohnt sich der Aufwand nicht.

So, jetzt noch einmal zu den Bestia/Espern, die man hier auch bekommt, aber nicht so, wie man es aus den alten Teilen gewohnt war. Denn sobald ich die Kräfte der Götter habe, kann ich sie zwar rufen, aber nicht immer, sondern nur unter bestimmten Umständen und in nur einigen Bereichen. Wenn ich Sie dann mal herbeirufen kann, sieht es gut aus. Aber ich habe wirklich nur 3- oder 4-mal  (abgesehen von den geskripteten herbeirufen im Endkampf) die Möglichkeit gehabt, diese zu rufen, was dann auch bombastisch aussieht. Aber was soll ich mit solchen Kräften, wenn ich sie nicht frei verwenden kann.

Wie einfach das Spielsystem angelegt ist, sieht man daran, dass es angeblich einen Spieler gelungen sein soll, das Spiel mit Level 1 Charakter und der anfänglichen Standardausrüstung durchzuspielen. Für mich also fraglich, ob das eine gute Leistung des Spielers oder einfach ein Fehler der Entwickler war, die dazu geführt haben, dass so etwas überhaupt möglich ist.

Quests und Gestaltung der Nebenmissionen

Die Hauptstory ist so dünn, das man sie vermutlich in 10-15 Stunden durchgespielt hat. Damit man dann nicht zu schnell durch das Spiel ist, wurde Final Fantasy XV anfänglich sehr offen konzipiert und es wurden hier hunderte von Nebenmissionen, Jagdaufgaben und Quests eingepflegt, um den Spieler bei der Stange zu halten.

Aber leider haben die Entwickler eines übersehen. Bei Final Fantasy handelt es sich nicht im in MMORPG. Die Quests und Aufgaben sind nämlich leider 1 zu 1 einem MMORPG entliehen und beschränken sich im Großteil auf

  • fahre nach A und töte B
  • fahre nach A und hole B und bring es nach A

Normalerweise würde ich es nicht so kritisieren, wenn nicht die Entwickler selber zeigen würden, dass sie es anders können, denn die ein oder andere Quest ist doch dann mal mit einem guten Questdesign bestückt, wie man z.B, einer Verfolgerquest entnehmen kann.

Ich wünschte mir, dass die Entwickler mehr augenmerk auf die Story, als auf die Nebenmissionen gelegt hätten, aber genau das hier nicht der Fall. Die Masse an Nebenquest täuscht eigentlich nur anfänglich über den schwachen Hauptplott hinweg.

In diesem Zusammenhang möchte ich dann auch einmal auf den "Regalia" eingehen. Anfangs empfand ich es als nette Idee, mit dem Auto durch die Gegend zu fahren. Aber leider stellt sich dieses im späteren Spielverlauf nur noch als Zeitfresser heraus, denn leider fahre ich oft Minutenlang nur durch die Gegend, um dann bei einem Punkt auszusteigen, wieder 2 Minuten laufe, dann eine Minute zu kämpfen um dann den gleichen Weg zurück zu nehmen. Also, 20 Minuten Quest, wobei ich unterm Strich nur 3 Minuten etwas gemacht habe.

Unsinnig auch noch, dass ich dann zwischenzeitlich tanken muss. Realismus in allen Ehren, aber so etwas in ein Rollenspiel einzubauen, ist mehr als unsinnig.

Die Steuerung dieses Fahrzeuges ist auch alles andere als schön. Denn entweder ich lasse mich automatisch von meinem Kumpel fahren, oder ich nehme die "manuelle" Steuerung und drücke nur die R2 Taste um vorwärts wie auf Schienen zu fahren. Richtiges Autofahren sieht anders aus und wenn ich so was schon einbaue, dann bitte sinnvoll und als echte Bereicherung und nicht als Zeitfresser.

Witzig auch, dass ich meinen Wagen tunen kann, fährt also eigentlich dann schneller. Aber habe ich dann Autos vor mir, ist es nicht möglich, zu überholen. Also fahre ich dann mit einem Schneckentempo hinter eine KI-Fahrzeug her. So etwas ist unsinnig.

Ein durchschnittliches J-RPG, aber kein Final Fantasy
Durchschnitt 3,3 von 5

Wie man meinem ausführlichen Text entnehmen kann, bin ich mehr als enttäuscht. Final Fantasy XV ist einfach ein unfertiges Spiel, welches mit vielen Zeitfressern vorgaukelt, ein Vollpreis-Spiel zu sein und man am Ende aber doch feststellt, nur eine Mogelpackung vorliegen zu haben. Die Story zu dünn, die Nebenmissionen zu eintönig und null Taktik in den Kämfpen führte dazu, das ich nur enttäuscht bin. Wo ist mein Final Fantasy hin. Ich hoffe, dass die Entwickler mal zu den Tugenden der Reihe zurück finden. Hoffentlich versauen sie nicht auch noch das Remake von "Final Fantasy VII"... währe Ihnen nach diesem mittelmäßigem Spiel wirklich zuzutrauen. Ich warte mal ab

Spielinhalt/Story

Als eines Tages ein Friedensvertrag zwischen den Königreichen Lucis und Niflheim unterzeichnet werden soll nutzt Idola Aldercapt, der Herrscher von Niflheim diese Gelegenheit um die magische Barriere Insomnias auszuschalten, so dass seine Armee die Stadt angreifen und den Kristall der Stadt in seine Gewalt bringen kann. König Regis Caelum von Lucis wird bei dem Angriff ermordet und auch sein Sohn Noctis Lucis Caelum als auch eine junge Frau namens Lunafreya Nox Fleuret von Tenebrae werden für tot erklärt. Tatsächlich gelang es Luna jedoch ins Exil nach Altissia zu fliehen. Im Gegensatz zum Königshaus von Tenebrae wohnte Noctis dem Ereignis nicht bei. Er verließ Insomnia zuvor gemeinsam mit seinem königlichen Berater Ignis Stupeo Scientia, seinem Leibwächter Gladiolus Amicitia und seinem Kindheitsfreund Prompto Argentum. [Der Grund dafür ist zurzeit unbekannt]. Dementsprechend ist auch der Bericht über Noctis' Ableben falsch. Allerdings sind die imperialen Truppen auf der Suche nach ihm.

Noctis und seine Party befinden sich zum Zeitpunkt es Angriffes auf Insomnia in der Region Duscae. Dabei erleidet ihr Auto jedoch einen großen Schaden, so dass sie es zur Mechanikerin Cindy bringen und einen Behemoth, töten um so an Geld für die Reparatur zu gelangen. Nachdem das Auto repariert ist, machen sie sich auf den Weg nach Altissia, um Lunafreya zu finden. (Quelle: hier)

Releasedatum: 2016-11-20

Final Fantasy XV

ファイナルファンタジーXV

J-RPG

Releasedatum: 2016-11-20
Publisher: Square Enix


Shinji Hashimoto

Geboren

Shinji Hashimoto (橋本 真司 Hashimoto Shinji) is a Japanese game producer at Square Enix. He currently serves as corporate executive of the company's 1st Production Department. He has been the producer for several titles, including games in the Final Fantasy and Kingdom Hearts series. He currently serves as the corporate executive of Square Enix's Business Division 3 and is executive producer on most titles developed by Square Enix's first four business divisions. (Quelle: Wikipedia)

Kurzbeschreibung

Als eines Tages ein Friedensvertrag zwischen den Königreichen Lucis und Niflheim unterzeichnet werden soll nutzt Idola Aldercapt, der Herrscher von Niflheim diese Gelegenheit um die magische Barriere Insomnias auszuschalten, so dass seine Armee die Stadt angreifen und den Kristall der Stadt in seine Gewalt bringen kann. König Regis Caelum von Lucis wird bei dem Angriff ermordet und auch sein Sohn Noctis Lucis Caelum als auch eine junge Frau namens Lunafreya Nox Fleuret von Tenebrae werden für tot erklärt. Tatsächlich gelang es Luna jedoch ins Exil nach Altissia zu fliehen. Im Gegensatz zum Königshaus von Tenebrae wohnte Noctis dem Ereignis nicht bei. Er verließ Insomnia zuvor gemeinsam mit seinem königlichen Berater Ignis Stupeo Scientia, seinem Leibwächter Gladiolus Amicitia und seinem Kindheitsfreund Prompto Argentum. [Der Grund dafür ist zurzeit unbekannt]. Dementsprechend ist auch der Bericht über Noctis' Ableben falsch. Allerdings sind die imperialen Truppen auf der Suche nach ihm.

Noctis und seine Party befinden sich zum Zeitpunkt es Angriffes auf Insomnia in der Region Duscae. Dabei erleidet ihr Auto jedoch einen großen Schaden, so dass sie es zur Mechanikerin Cindy bringen und einen Behemoth, töten um so an Geld für die Reparatur zu gelangen. Nachdem das Auto repariert ist, machen sie sich auf den Weg nach Altissia, um Lunafreya zu finden. (Quelle: hier)