"Battle Royale" Uncut im Review

Battle Royale ist jetzt wieder in Deutschland erhältlich und das sogar in einer ungeschnittenen Special Edition. Nachdem der Film in diesem Jahr in Deutschland nicht mehr als indiziert gilt, da die Prüfstelle die Indizierung im Februar aufgehoben hat, hat der Publisher „Capelight“ sich die Rechte an einer Wiederveröffentlichung gesichert und brachte den Film erst in die deutschen Kinos und jetzt ab dem 28.04.2017 auf Bluray und DVD heraus.

Die mir vorliegende Blurayversion kommt in einem schönen Steelbook daher. Das Steelbook beinhaltet eine Bluray mit zwei Filmfassungen (Kinofasssung und Extended Cut) und 3 DVDs mit Zusatzinhalten wie „Making of“ usw.

Schade finde ich allerdings hier, dass Capelight nicht noch die vom Regisseur Fukasaku Kinji bevorzugte „Special Version“ auf die Disk gepackt hat. Die „Special Version“ ist im Vergleich zur Kinofassung etwas kürzer und ist nicht mit einem Director´s Cut zu Verwechseln. Die auf der Disk enthaltende „Extended Version“ wurde in Japan im Jahr 2004 produziert und beinhaltet neue Szenen, die eigens nachgedreht wurden und viele Effekte wurde am Computer nachgearbeitet.

Ich habe schon viele verschiedene Schnittfassungen von „Battle Royale“ gesehen, aber die Extended Fassung gefällt mir am besten. Denn wo die Kinofassung etwas zu kurz ist und einfach die Charakterzeichnung vergisst, führt die Extended Fassung die Protagonisten zwar nicht angemessen ein, aber erzählt durch gut eingefügte Flashbacks etwas mehr über die einzelnen Kids.

Die Figurenzeichnung bleibt aber trotzdem etwas blass, was schlicht daran liegt, dass man über 40 Protagonisten hat, die in knapp 120 Minuten agieren und irgendwie um die Ecke gebracht werden wollen. Aber ich will hier nicht den Anschein erwecken, dass „Battle Royale“ sehr tiefgründig oder künstlerisch wertvoll sei und eigentlich macht die schwache Charakterzeichnung nicht viel aus, den inhaltlich ist der Film sicherlich nur darauf ausgelegt, harte, zynische Action zu zeigen. Ich würde „Battle Royale“ als böse Satire bezeichnen, die versucht, die japanische Gesellschaft zu kritisieren. Dieses ist Fukasaku Kinji allerdings nur zum Teil gelungen, denn das Hauptaugenmerk der Kritiker lag eigentlich auf den Gewaltszenen, die nicht nur in Japan viel diskutiert wurden und z.B. in Deutschland zur 11 Jahre andauernde Indizierung führte.

Insgesamt handelt es sich bei „Battle Royale“ um ein recht gut gemachter Actionfilm, dessen Effekte nach dem heutigen Standard eher schlecht aussehen. Aber man darf hier nicht vergessen. Der Film ist aus dem Jahr 2000 bzw. aus 2004, so dass die Effekte „zeitgemäß“ und „den Möglichkeiten entsprechend“ umgesetzt sind.

Ich bin kein großer Fan von Bonusmaterial. So können mich „Making of“, verschiedene Trailer usw. nicht unbedingt begeistern. Allerdings habe ich mir natürlich die Zusatzinhalte mal angeschaut und es sind doch recht interessante Informationen vorhanden, wobei viele Inhalte nur im japanischen Original mit deutschen Untertiteln vorliegt.

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Fazit
Nach 17 Jahren wird "Battle Royale" in Deutschland erneut veröffentlicht und das als Uncut-Version. Sicherlich merkt man dem Film das alter heute an. Aber "Battle Royale" macht trotzdem richtig Spass und hat mir sehr gut gefallen. Insbesondere der Extended Cut kann überzeugen. Kurzweilige, böse, actionorientierte Satire. 3 von 5

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