Kinoreview zu "Godzilla 2 - King of the Monsters"

Titel: Godzilla 2 - King of the Monsters
Originaltitel: Godzilla - King of Monsters

Publisher: Warner Brothers
Rezensionsexemplar: Kinovorstellung

Produktionsland: Japan/USA 2018
Veröffentlichungsdatum: Kinostart 30.05.2019
Genre: Action
Spieldauer: ca. 132 Minuten

Rezension

Inhaltsangabe:

Die Geschichte erzählt vom Heldenmut der Mitglieder des kryptozoologischen Monarch Instituts, die sich einer Armee titanischer Monster stellen müssen. Darunter ist auch der mächtige Godzilla, der gegen Mothra, Rodan und seinen Erzfeind King Ghidorah um die Vorherrschaft ringt. Beim Kampf dieser uralten Superkreaturen, die bis dahin nur als Mythen galten, steht auch die Existenz der Menschheit auf dem Spiel.

Es kommt nicht oft vor, dass die Vorfreude für einen Film so hoch war, wie es hier bei "Godzilla 2 - King of the Monsters" gewesen ist. Gefiel mir doch der Gedanken an ein Monsterverse - ähnlich der Marvel-Superheldenreihe - nur halt mit riesigen Monstern allá Godzilla und King Kong. Dabei war der erste Teil von Godzilla schon ein richtiger Hoffnungsträger, denn die Story war unterhaltsam (wenn auch nicht tiefschürfend und nicht vielschichtig), die Effekt schon 2014 sehenswert und im Gesamtkonzept passte alles gut zusammen. 2017 folgte dann der zweite Film aus dem Monsterverse und "Kong - Skull Island" hatte mich leider etwas enttäuscht. Angefangen beim künstlichen Look, über die eindimensionalen Charaktere - wobei mir Samuel L. Jackson hier mal überhaupt nicht gefiel, bis hin zur absolut dünnen Story. Nichts wollte wirklich eine Einheit ergeben und so wuchs die Erwartung an "Godzilla 2". Insbesondere die Erwartung an eine tolle, nachvollziehbar und für ein ganzes Monsteruniversum würdige Story. Ob "Godzilla 2 - King of the Monsters" hier nun punkten konnte?

Godzilla konnte erstmals 1954 auf der Kinoleinwand bestaunt werden, wobei der Film damals tricktechnisch nicht wirklich gut war. Der Film lebte vielmehr davon, dass die Japaner den Film dazu nutzten, das Atombomben-Drama um Hiroshima und Nagasaki aufzuarbeiten, was in einer dramaturgischen Meisterleistung in Sachen Geschichtenerzählen endete. Und die Faszination, die Godzilla trotz Männer in billigen Gummianzügen und karger Kulissen ausübte, hielt bis heute an. Und bei der heutigen Tricktechnik ist man schon von der ersten Minute an gespannt, wie man die "Monster" in der heutigen Zeit umgesetzt hat.

Und das ist tatsächlich bombastisch geworden. Es macht einfach Spass, Godzilla, King Ghidora, Mothra und Rodan anzuschauen, gerade in den actionreichen Kampfszenen, Monster gegen Monster. Da zucken Blitze, Hochhäuser fallen wie Kartenhäuser zusammen und die Hilflosigkeit der Menschen ist fast spührbar.

Schade ist nur, dass viele Szenen arg hektisch umgesetzt sind und man den Kämpfen nicht wirklich gut folgen kann. Dazu muss man anmerken, dass man Godzilla, King Ghidora und Co. nicht wirklich im Tageslicht sieht. Es ist immer etwas dunkel, nebelig oder ein komischer Farbfilter im Einsatz, was mich tatsächlich gestört hat.

Viele Kameraeinstellung kommen einem oft bekannt vor, denn man hat diese bereits zu oft in anderen Filmen wie "Jurassic Park" gesehen. Oft kommt hier auch die berüchtigte Wackelkamera zum Einsatz, die leider dazu beiträgt, dass man die Übersicht verliert. Auch wenn man bei den technischen Dingen etwas kritisieren kann, so bleibt allein betrachtet doch ein absolut sehenswerter Film übrig, denn die angemerkten Dinge sind schon "Meckern auf hohem Niveau".

Wo es Licht gibt, gibt es auch Schatten und der ist im Fall von "Godzilla 2 - King of the Monsters" die Story. War "Godzilla" insgesamt sehr ernsthaft und als Start des "Monsterverse" ein guter Beginn, so flachte "Kong  - Skull Island" schon etwas ab, wobei "Godzilla 2" hier die Abwärtspirale weiter hinunter rast. Aber wo liegt denn das Problem?

Nimmt man hier das MCU als Beispiel, so fällt auf, dass die einzelnen Filme wirklich zusammenhängend sind und von Beginn geschickt auf das Finale hinarbeiten. Bei Warner Brothers Monstervers scheint dieser Zusammenhang nicht wirklich zu existieren. Denn nur wenige Charaktere haben Bezug zum ersten Teil und gerade die in diesem Teil eingeführten Charaktere bleiben, trotz tollem Cast, eher blass. Dazu kommt noch, dass der Plot sehr vorhersehbar und in vielen Teilen abgekupfert ist. Da ich nicht spoilern will, nur soviel: Die Beweggründe der Antagonisten hat man schon so oft in der gleichen Form, mit den gleichen Rechtfertigungsgründen gesehen, dass die Auflösung hier überaus langweilig ist.

Am Ende driftet die Story noch etwas ins lächerliche ab, als "Godzilla" zum "King of the Monsters" "gekrönt" wird und das war z.B. ein Punkt, den ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Ist es den Machern nicht selbst zu peinlich, riesige Monster mit menschlichen Zügen darzustellen. Inhaltlich ist mir der gesamte Film einfach zu brav, zu familientauglich... einfach zuviel Blockbuster und einfach nur durchschnittlich.

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Fazit
durchschnitt 3 von 5

Effektreiches Monsterspektakel mit wenig Tiefgang und dünner Story
Godzilla - King of the Monsters
Godzilla 2 - King of the Monsters
FSK
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Godzilla 2 - King of the Monsters