Kinoreview zu "Burning"

Titel: Burning
Originaltitel:
버닝
Publisher: Capelight Pictures
Rezensionsexemplar: reguläre Kinovorstellung

Produktionsland: Südkorea 2018
Veröffentlichungsdatum: 06.06.2019
Genre: Drama
Spieldauer: ca.148 Minuten

Rezension

Inhaltsangabe:

Jong-soo (Yoo Ah-in) lebt in der südkoreanischen Stadt Paju, wo er sich mit Auslieferungsjobs über Wasser hält – dabei hat er eigentlich studiert und träumt davon, einmal Schriftsteller zu werden. Doch ihm fehlt der Fokus im Leben, den er schließlich zu finden scheint, als er seine ehemalige Klassenkameradin Hae-mi (Jeon Jong-seo) zufällig auf der Straße trifft. Die beiden freunden sich wieder an und verbringen sogar eine gemeinsame Nacht, bevor Hae-mi für eine Weile nach Afrika verschwindet. Jong-soo fiebert der Rückkehr seiner Freundin entgegen und ist dann völlig entgeistert, als sie ihm Ben (Steven Yeun) vorstellt, den sie auf ihrem Trip kennengelernt hat. Der gutaussehende Typ an der Seite seiner Angebeteten scheint nämlich nicht nur reich zu sein, sondern auch noch jede Menge Selbstbewusstsein zu haben, das Jong-soo zunehmend einschüchtert. Dennoch schließt er sich immer wieder Unternehmungen von Hae-mi und Ben an, bis dieser eines Tages von seinem unorthodoxen Hobby erzählt, Gewächshäuser in Brand zu stecken…

Im vergangenen Jahr lief Burning im Wettbewerb des Festivals von Cannes und erhielt in der Kritikerwertung der Branchenzeitung Screen International die höchste Punktzahl aller Zeiten. Dabei bewundern die Kritiker den Regisseur Lee Chang Dong, der schon seit 20 Jahren komplexe, vielschichtige und spannende Erzählungen und tiefgründige Charaktere auf die Leinwand bringt. Und gerade in "Burning" ist alles wiedereinmal sehr komplex  und man wird sich kaum entscheiden können, ob hier eine Dreiecksgeschichte oder ein Krimi oder gar Gesellschaftskritik im Mittelpunkt des Geschehens steht.

Dabei ist die Erzählweise, die Lee Chang Dong hier wählt, mehr als spannend und erstaunlicher Weise offen, so das dem Zuschauer viel Platz für eigene Interpretationen bleibt. Der Film beginnt wie eine zufällig Liebesgeschichte und wirft die 3 Hauptcharaktere in eine Dreiecksbeziehung und endet Überraschend. Dabei ist man nie sicher, wie der Film weitergeht, denn gekonnt spielt Lee Chang Dong mit den Gefühlen des Zuschauers und sät immer wieder Zweifel, Irritationen, sobald man glaubt, sich darin zu recht gefunden zu haben. Es ist einfach erstaunlich, was Lee Chang Dong aus der 10-seitigen Kurzgeschichte von Haruki Murakami herausholt.

Der Cast ist gut gewählt. Neben Yoo Ah-In und Jeon Jong-seo ist auch der aus The Walking Dead bekannte Steven Yeun in einer Hauptrolle zu sehen. Diese drei sind dann eine absolute gute Wahl, denn das Zusammenspiel ist so gut und unterstreicht die Qualität des Films.

Yoo Ah-In, der hier die Hauptfigur Jangsoo spielt, trägt den Film schon fast allein. Er überzeugt in jeder Einstellung und man nimmt als Zuschauer seine teils unbeholfen Denkweise ab. Steven Yeuns Charkater ist leider etwas eindimensional und egal was er macht, scheint nicht vertrauenswürdig und hinterhältig zu sein. Etwas zu einfach und kühl.

Capelight Pictures hat den Film mal wieder ins Kino gebracht, was asiatische Filmfreunde sehr freut, denn hier stimmt einfach alles. Inhaltlich ist der Film eine wucht und die deutsche Synchronisation ist gut gelungen.

Bei "Burning" muß man aber unbedingt beachten, dass der Film keine einfach Kost ist und man sollte sich dem Film mit einer gewissen Aufmerksamkeit verfolgen, da es sonst inhaltlich sehr schwer sein dürft, dem Film zu folgen. Insgesamt kein typischer Mainstream-Film.

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Fazit
empfehlenswert 3.3 von 5

Spannungsgeladene Umsetzung einer 10-seitigen Kurzgeschichte von Haruki Murakami
Burning
Burning
FSK
ab
16
freigegeben
버닝