"The Night comes for us" Review

Titel: The Night comes for us
Originaltitel: -
Publisher: Netflix
Rezensionsexemplar: Stream
Produktionsland: Indonesien 2018
Veröffentlichungsdatum: 19.10.2018
Aktion, Martial Arts
Spieldauer: ca. 120 Minuten


Rezession

Inhaltsangabe:

Ein ehemaliger Elite-Attentäter der Triaden, der während eines Massakers das Leben eines Mädchens verschonte, muss nun vor gleichfalls mörderischen Gangstern fliehen.

 

Kritik:

Seit den 70er Jahren erfreuen wir uns über Action- und Martial Arts Filme aus Asien, wobei dabei Produktionsländer wie China, Südkorea und Thailand heraus stachen. In 2009 gab es dann mit Gareth Evans´ „Merantau“ einen kleinen Überraschungshit aus Indonesien, in dem u.a. Iko Uwais als neuer Action Star auffiel, dem ich damals schon eine steile Karriere vorhersagte, was dann auch wirklich bestätigt wurde. Aber auch Gareth Evans konnte mit seinen folgenden Filmen an diesen Erfolg anknüpfen und legte dann mit „The Raid“ die Messlatte für brachiale Action weit nach oben.

Seitdem ist der indonesische Film für mich eine feste Größe, wobei mich neuere Filme wie „The Raid 2“ oder „Headshot“ dann eher enttäuschten, da diese es nicht schafften, an die selbst geschaffene hohe Messlatte anzuknüpfen.

Am 19.10.2018 veröffentlichte Netflix nun den indonesischen Martial Arts Film „The Night comes for us“, von Timo Tjahjanto. Timo Tjahjanto ist ebenfalls kein Unbekannter beim indonischen Film, denn er war schon bei der Umsetzung von „Headshot“ und der amerikanischen Koproduktion „V/H/S 2“ beteiligt. Darüber hinaus ist er mit Gareth Evans befreundet.  Neben der Regie war Tjahjanto auch für das Drehbuch verantwortlich und ist Produzent von „The Night comes for us“.

„The Night comes for us“ ist ein sehr temporeicher Actionfilm, der sich weder inhaltlich noch actionmäßig zurück hält und gleich zu Beginn ein Tempo vorlegt, welches man sich bei so manch anderem Actionfilm nur wünschen kann. Der Film hält sich nicht mit großer Einleitung auf, verzichtet vollends auf die Einführung der Figuren und konfrontiert den Zuschauer schon in den ersten Minuten mit recht blutigen Szenen.

Tjahjanto hält sich insgesamt nicht viel mit dem erzählen einer Geschichte auf, denn diese ist doch schon marginal und konzentriert sich auf kleine wesentliche Elemente, die durch brachiale, brutale, insgesamt etwas längere Actionszenen miteinander verbunden werden. Insgesamt stellt Tjahjanto auch die Actionszenen ganz klar in den Mittelpunkt des Films, die dann auch für den Zuschauer das tragende Element darstellen. Die Story ist nur Mittel zum Zweck und hat an vielen Stellen Logikfehler oder Verständnisprobleme.

Erstaunlicher jedoch, dass man sich als Zuschauer hiervon nicht abhalten lässt, den Film bis zum Ende zu schauen. Anstatt abschalten zu wollen, wartet man vielmehr auf die nächste Schlägerei, auf den nächsten Messerkampf oder auf die nächste Schießerei, denn hier kommt alles zum Einsatz, was man sich nur vorstellen kann. Pistolen, Gewehre, Flaschen, Messer, Sägen, Tanzstangen, Rinderknochen oder andere Menschen, bzw. Teile von ihnen, werden im Kampf eingesetzt und literweise Blut und viele Leichenteile bleiben am Ende übrig, so dass man sich schon die Frage stellen kann, ob die FSK hier nicht ein paar Augen zugedrückt hat.

Aber Tjahjanto beschränkt sich nicht einfach darauf, alles so blutig wie möglich darstellen zu wollen. Denn durch gekonnte aber wenige Schnitte und ausführlichen Kamerafahrten und Nahaufnahmen kann man die rohe, brutale Choreographie bestaunen. Dieses fordert von den Schauspielern dabei viel ab und oftmals steht Ihnen die Anstrengung im Gesicht geschrieben, aber das ist für den Zuschauer ganz klar ein Gewinn.

Überrascht hatte mich hier auch, das Netflix den Film mit deutscher Synchronisation veröffentlicht hat. Diese war durchaus ansprechend, wobei es teilweise technische Probleme beim Abspielen des Filmes gab, denn zeitweise wurde der Film dann plötzlich im Originalton abgespielt, wobei die Änderung der Sprache teilweise öfters in einer Szene vorkam – also die Szene in deutscher Sprache begann, indonesisch folgte und am Ende wieder die deutsche Tonspur lief. Dabei gab es dann auch Probleme mit den Untertiteln, die abgespielt wurden, obwohl diese in den Einstellungen abgeschaltet war.

„The Night comes for us“ ist ein grandioser Actionfilm, der nicht nur brutal und blutig umgesetzt wurde, sondern durch gekonnte Schnitte, ausführliche Kamerafahrten und toller Choreographie beweist, dass Action auch mal sehenswert ist.
 

 

(c) Gelber Drache 2018

Fazit
empfehlenswert 3.9 von 5

Grandioser Actionfilm, der zeigt, dass nicht immer schnelle Schnitte, kaschierende Kaperfahrten oder eine ausgefeilte Story notwendig sind, um den Zuschauer zu unterhalten.
The Night Comes for Us
The Night Comes for Us
FSK
ab
18
freigegeben
The Night Comes for Us