Review zu "The Fortress"

Titel: The Fortess
Originaltitel: 남한산성

Publisher: Koch Films (ein Label von Koch Media GmbH)
Rezensionsexemplar: Pressemuster von Koch Films

Produktionsland: Südkorea 201
Veröffentlichungsdatum: 27.06.2019
Genre: Historienfilm
Spieldauer: ca.134 Minuten

Rezension

Inhaltsangabe:

Im eiskalten Winter des Jahres 1636 belagert die chinesische Armee die Bergfestung Namhansanseong. Dort hat sich der koreanische König Injo mit seinem Hofstaat und seinen Truppen verschanzt, um der Unterwerfung durch den Feind zu entgehen. Nun muss er abwägen, ob er den Dialog mit den Belagerern suchen oder auf totalen Gegenangriff setzen soll. In der Festung eingeschlossen, müssen der König und seine Getreuen nicht nur den feindlichen Attacken trotzen, sondern auch Hunger und Kälte widerstehen. Welches Handeln gebietet die Ehre?

In dem Historiendrama von Hwang Dong-hyuk, das auf einen Roman von Kim Hoon basiert treffen die südkoreanischen Stars Lee Byung-Hun („I saw the devil“) und Kim Yun-Seok (The Chaser, War of the Wizards) aufeinander. Allerdings stehen die beiden Stars des Films auf der gleichen Seite und fungieren als Minister, die dem König in einer Belagerungssituation als Berater zur Seite stehen.

Und da gibt es das erste Problem. Oftmals gegenteiliger Meinung, entfällt hier ein echter Twist. So können sie ihre Meinung zwar oft dem anderen gegenüber durchsetzen, aber alles wirkt sehr langatmig und unspannend. Einen echten Schlüsselplot gibt es anfänglich nicht und es fehlt auch ein echter Antagonist, so dass man zwar viele politische Auseinandersetzung innerhalb der Festung mitbekommt, aber die eigentliche Belagerung nicht wirklich nachzuvollziehen ist. Erst am Ende wird über eine Texteinblendung die tatsächliche Belagerungsdauer von „nur“ 48 Tagen ersichtlich, was dann den ganzen Film am Ende nochmal in einem unschönen Licht zurücklässt.

Der Film beruht auf eine echte Begebenheit, die jedoch dem westlichen Zuschauer oft verschlossen bleibt und man verfolgt mit diesem Film auch eine politische Agenda und zwar die Rehabilitation des vermeintlichen Verräters Choi.

Die Szenenbilder gaukeln dem Zuschauer ein Schlachtenepos vor, was hier absolut nicht im Mittelpunkt steht. Es gibt zwar kurze Kampfszenen und auch eine Schlacht kurz vor Ende des Films. Aber die sind tatsächlich nicht tragendes Element dieses Films. Stattdessen wird der Zuschauer mit den immer wiederkehrenden Auseinandersetzungen der beratenden Minister gelangweilt, denn der Ablauf ist immer derselbe. Erst wird gestritten, dann will man den Kontrahenten ans eigene Leben und am Ende gibt´s einen Kompromiss. Ein oder zweimal wäre da in Ordnung gewesen, aber leider wird dieses einfach überzogen.

Insgesamt ist die Machart von „The Fortress“ eher für asiatische Geschichtsinteressierte von Interesse. Dem normalen Zuschauer gefällt dieses komplizierte, höfische Gehabe aber kaum.

Seit längerem gab es in Sachen Synchro kaum etwas zu bemängeln, was sich allerdings auf „The Fortress“ nicht übertragen lässt. Denn der Film läuft soundtechnisch fast immer auf dem gleichen Level, so dass es keine Unterschiede gibt, ob sich ein Charakter in einem Raum oder Draußen aufhält. In einigen Szenen ist die Perspektive auch egal, so dass es vorkommt, dass ein Charakter erst aus der Entfernung und dann in einer Nahaufnahme zu sehen ist, aber die Stimme immer „gleich Laut“ ist. Es will so kein wirklicher Raumklang entstehen. Das es auch anders geht, wird im gleichen Film gezeigt, denn man schaffte es durchaus, auch mal etwas Raumklang hineinzubringen, wobei man es dann bei der ein oder anderen Aktion-Szene überzieht und es buchstäblich „Kracht“. Also schaut ihr auf einer Dolby-Surround-Anlage, richtet euch darauf ein, die Lautstärke mal anpassen zu müssen, falls ihr es mit euren Nachbarn nicht verscherzen wollt.

„The Fortress“ konnte meine Erwartungen nicht wirklich erfüllen. Ein typisch langatmiges asiatisches Polit-Drama ohne viel Action und ohne große Überraschungen. Insgesamt motiviert der Film selten, zum weiter schauen. Am Ende bleibt ein recht durchschnittlicher Film.

 

Fazit
durchschnitt 2.9 von 5

Langatmiges Historiendrama ohne große Überraschungen. Insgesamt sehr dialoglastiger, ohne große Schlachten und die Action ist überschaulich.
The Fortress
The Fortress
FSK
ab
16
freigegeben
남한산성