Review zu "Gintama - The Live Action Movie"

Titel: Gintama
Originaltitel: 銀魂

Publisher: KSM
Rezensionsexemplar: DVD
Produktionsland: Japan 2017
Veröffentlichungsdatum: 06.12.2018
Live Aktion Umsetzung
Spieldauer: ca. 130 Minuten


Rezension

Inhaltsangabe:

Katsura Kotaro wird nach der Begegnung mit einem mysteriösen Schwertkämpfer vermisst und so beauftragt Elizabeth, seine wortkarge Kameradin, die Alles-Agentur, um ihn aufzuspüren zu lassen. Während Shinpachi und Kagura sich auf die Suche nach Katsura begeben erhält Gintoki einen neuen Auftrag: Das gestohlene Schwert Benizakura zu finden. Außerdem machen sich die Drei, die dauernd an Geldknappheit leiden, auf die Jagd nach Hornkäfern. Denn diese können äußerst lukrativ weiterverkauft werden. Und zu guter Letzt heißt euch der dümmste Samurai im Universum in seinem Kuriositätenkabinett willkommen!

"Gintama" ist mal wieder so eine Live-Aktion-Adaption, die mich mit etwas Zwiespalt am Ende zurück lässt.

Als erstes möchte ich hier auf den gesamten Look des Films eingehen, der mir nicht gefallen hat. Auch wenn ein Manga hier die Vorlage darstellt, so empfinde ich es immer merkwürdig, wenn man in einem Realfilm versucht, den Manga-Look strikt zu kopieren und dabei vergisst, dieses den Erfordernissen eines Kinofilms anzupassen. Schlimm auch, dass sich die Macher dabei auch nicht wirklich Mühe gegeben haben. Viele Kostüme, gerade von den Nebendarstellern und den Statisten, sehen billig aus. Das Bühnenbild wirkt wie aus einer Theateraufführung und die oftmals eingesetzten CGI Effekte scheinen schnell und ohne großen Aufwand produziert zu sein. Dabei fallen die vielen Greenscreen-Einstellungen, gerade zum Ende hin, zu sehr auf, so dass letztendlich nur künstlich wirkt.

Allerdings ist dieses noch nicht einmal das Schlimmste. Viel schlimmer empfand ich den miesen und albernen Slapstick-Humor, den man hier in die Story eingebunden hat. Dieser mag bei dem jugendlichen Manga-Fans vielleicht ankommen, aber die erwachsenen Zuschauer dürften mit diesem, stark asiatisch angehauchten Humor, nicht wirklich glücklich sein. Gerade in der ersten Hälfte des Films hat dieses Überhand, was mich einiges an Überwindung gekostet hat, "Gintama" wirklich bis zum Ende zu schauen.

Nicht wirklich neu ist die Story. Diese ist stark am Manga angelehnt und unterscheidet sich nur rudimentär von diesem. Was ich hier positive empfand, war der Umstand, dass mich der Film zum Ende hin dann doch etwas unterhalten konnte. Denn am Ende bekommt man noch ein wenig die Kurve und legt in Sachen CGI und Story etwas drauf.

Die Schauspieler waren dann auch etwas an die lächerliche Umsetzung im Drehbuch gebunden und es wurden dort einige Dinge eingebunden, die ich in einem Realfilm nicht unbedingt sehen möchte, allen voran ein starkes Overacting in vielen Szenen. Shun Oguri als Gintoki konnte mich einigermaßen zufrieden stellen. Aber Kanna Hashimoto als Kagura war für mich ein graus. Nicht nur, dass sie hier versuchen musste, einen wesentlich jüngeren Character darzustellen, war es gerade ihre Figur, die mich extrem genervt hat.

Dann kommt noch die deutsche Synchronisation dazu, die nicht wirklich zur Qualität beitragen kann. Auch wenn die Sprecher einigermaßen ihre Rollen ausfüllen konnten, waren es die unpassenden Stimmen und die Dialoge, die mich letztendlich dazu bewogen haben, den Film ab der Hälfte nochmals neu zu starten, mit japanischem Originalton und deutschen Untertiteln. Dabei kann ich ganz klar eine Empfehlung für den japanischen Originalton aussprechen.

Insgesamt ist "Gintama" für mich eine Enttäuschung. Der eigenartige Look, die billigen CGI Effekte und der schlechte Humor langweilen oftmals. Lediglich die Story, die aber bekannt sein dürfte, konnte etwas unterhalten. Und "Gintama" hat mir mal wieder gezeigt, dass es nicht wirklich möglich ist, einen Manga-Look in eine Realfilmumsetzung zu transportieren. Warum die Macher sich nicht auf die inhaltlichen Dinge konzentrieren und alles etwas realistischer gestalten, bleibt mir ein Rätsel.

 

(c) Gelber Drache 2018 (mit freundlicher Unterstützung von KSM)

Fazit
schlecht 2.9 von 5

"Gintama - The Live Action Movie" leidet unter einem billigen Look, schlechten Humor und durchwachsenen CGI-Effekten. Insgesamt stelle ich mir bei solchen Filmen immer wieder die Frage, warum man so stringent versucht, den Look aus dem Manga in einen Realfilm zu portieren. Es wäre doch viel angenehmer, sich inhaltlich am Manga zu orientieren und den Look den aktuellen Möglichkeiten des Realfilms anzupassen.