Review zu "Outrage Coda"

Titel: Outrage Coda
Originaltitel: Autoreiji saishu fumi
Publisher: Capelight Pictures
Rezensionsexemplar: Outrage Coda - 3-Disc Limited Collector's Edition im Mediabook zur Verfügung zur Verfügung gestellt von Capelight Pictures
Produktionsland: Japan 2018
Veröffentlichungsdatum: 14.09.2018
Yakuza Film
Spieldauer: ca. 100 Minuten

Review

Inhaltsangabe:

Fünf Jahre nach dem Krieg zwischen dem Sanno-kai-Syndikat und dem Hanabishi-kai-Clan arbeitet der ehemalige Yakuza-Boss Otomo für Mr. Chang, einen der einflussreichsten Gangsterbosse der südkoreanischen Sexindustrie. Als einer seiner Mitarbeiter von Hanada ermordet wird, der dem Hanabishi-kai-Clan angehört, schwört Chang Rache. Zwischen dem mächtigen Yakuza-Clan und den koreanischen Gangstern bricht ein erbitterter Machtkampf aus. Als schließlich auch Changs Leben bedroht ist, kehrt Otomo nach Japan zurück, um die Dinge ein für alle Mal zu erledigen.

 

Takeshi Kitano, ein Urgestein des japanischen Films ist seit 2010 für die Outrage-Reihe verantwortlich. Sowohl vor als auch hinter der Kamera hat er maßgeblich zum Erfolg dieser Reihe beigetragen und mit Outrage Code führt er diese dann auch zu einem Abschluss.

Outrage Coda, als 3. Teil dieser Trilogie, setzt zeitlich einige Jahre nach Ende des zweiten Teils an. Otomo (Takeshi Kitano) hat es nach Südkorea verschlagen, wo er weiterhin für einen japanischen Yakuza-Clan arbeitet und plötzlich mit einem, nicht zahlungswilligen Yakuza-Mitglied eines anderen Clans konfrontiert wird. Dieses Ereignis dient als Aufhänger für die weiteren Geschehnisse, in dessen Verlauf sich dann ein Machtkampf verfeindeter Yakuza-Clans entwickelt.

Wo die ersten beiden Teile der Outrage-Reihe sich einer unkonventionellen und unstrukturierter Erzählstruktur bediente und dafür auch zurecht kritisiert wurde, ist der 2018 entstandene letzte Teil der Reihe klarer strukturiert und so leichter nachvollziehbar. Das ist auch wirklich notwendig, denn auch der 3. Teil ist kein reiner Actionfilm und lebt von seinen Dialogen. Gerade im Mittelteil des Films wird vom Zuschauer viel Aufmerksamkeit abgefordert und Unachtsamkeit kann durchaus dazu führen, dass man der Auflösung, das Ende der Geschichte, nicht wirklich nachvollziehen kann.

Überrascht hat mich auch, dass, obwohl Takeshi Kitano hier die Hauptrolle spielt, er nicht allein den Film trägt und sogar anfänglich kaum zu sehen ist. Während der überwiegende Cast des Films überzeugend wirkte, ist mir Pierre Taki jedoch hier negativ im Gedächtnis geblieben. Ob es daran lag, wie er in die Geschichte eingebunden war oder ob es generell seine schauspielerische Leistung war, ist schwer fest zu machen. Insgesamt wirkte seine Figur eher dümmlich und für ein Yakuza-Mitglied doch sehr fiktional, denn selten stellt man sich einen Yakuza wirklich so unbeholfen und weinerlich vor, wie es Pierre Taki hier darstellt.

Für westliche Zuschauer dürfte das Thema insgesamt etwas schwer nachvollziehbar sein, da rund um Familienband, Respekt und Ehre doch viele japanisch-kulturelle Eigenarten in den Film eingeflossen sind. Und das Wirrwarr aus Figuren und Machtspielen Rund um die Yakuza und Otomo macht das Verstehen der Zusammenhänge nicht gerade einfacher.
Wie in vielen japanischen Produktionen mangelt es auch Outrage Coda teilweise an einer ernsthaften Umsetzung und man driftet das ein oder andere Mal in Slapstick-Comedy ab, die nicht so ganz in den Film passen wollen.

Lokalisierung

Die Synchronisation von Outrage Code ist, insgesamt gesehen, in Ordnung. Die Sprecher der bekannten Figuren sind die gleichen, wie in den ersten beiden Outrage Filmen. Insoweit muss man sich nicht umgewöhnen und eine gewisse Kontinuität ergibt bei so einer Trilogie schon Sinn. Kritisieren könnte man aber durchaus die Synchronisation der gesamten Reihe. Sicherlich ist es immer schwierig, japanisch ins deutsch zu übersetzen aber gerade im Bereich der ganzen „Kraftausdrücke“ wirkt es hier etwas unbeholfen. Auch die Synchronsprecher sind teilweise nicht wirklich passend gewählt, was ich gerade bei der Stimme von Takeshi Kitano störend empfand, da er, gerade in der zweiten Hälfte des Films, viel Screen-time hat und gerade diese mit sehr viel Dialoge aufwartet.

Der Surround-Sound ist gut abgemischt, wobei gerade die Nebengeräusche wie Wind, Vogelgezwitscher usw. sauber und klar aus den hinteren Boxen zu vernehmen sind und so ein wirklich guter Raumklang entsteht. Allerdings waren mir dann z. B. die Schusswechsel oder größeren Schießereien eher negativ aufgefallen, da diese sehr dumpf und unnatürlich klangen.

Bonus

Dem 3-Disk-Mediabook liegt neben der Blu-ray auch die DVD des Films bei. Außerdem wurde mit „Getting Any“ ein weiterer Film von Kitano beigefügt. Das 24-seitige Booklet, dessen Text von Filmwissenschaftler Daniel Wagner stammt, klärt über die Geschichte des Yakuza-Films auf – und trägt insgesamt zur Nachvollziehbarkeit von Outrage Coda bei. Insgesamt ist das 3-Disk-Mediabook eine gute und hochwertige Ergänzung zu meiner Filmsammlung.
Outrage Coda ist ein passender Abschluss der Outrage-Reihe, auch wenn es als japanische Produktion ein etwas schwereren Zugang für das westliche Publikum darstellt, weil viele kulturelle Eigenarten Japans hier mit einfließen.

 

*Hinweis: Diese Seite nutzt Youtube-Plugins, um YouTube-Videos einzubinden. Daten werden vorab nicht getrackt und es wurden keine Cookies gesetzt. Jedoch werden durch abspielen des Videos Informationen nach Youtube übermittelt, die von dort weiter verwertet werden.

(c) 2018 Gellber Drache (mit freundlicher Unterstützung von Capelight Pictures)

Tags
Fazit
durchschnitt 3 von 5

Outrage Coda ist ein passender Abschluss der Reihe, auch wenn es als japanische Produktion ein etwas schwereren Zugang für das westliche Publikum darstellt, weil viele kulturelle Eigenarten Japan´s hier mit einfließen.