Review zu "Paradox - Kill Zone Bangkok"

Titel: Paradox - Kill Zone Bangkok
Originaltitel:
殺破狼・貪狼
Publisher: Koch Media Film
Rezensionsexemplar: Pressemuster Bluray
Produktionsland: China 2017
Veröffentlichungsdatum: 06.12.2018
Thriller, Action, Martial Arts
Spieldauer: ca. 98 Minuten


Rezension

Inhaltsangabe:

Die Entführung seiner Tochter führt den Cop Lee Chung Chi von Hongkong nach Bangkok. Dort stößt er auf einen Organhandelsring, deren Beteiligte vor nichts zurückschrecken. Auch örtlichen Polizisten stehen der groß angelegten Verschwörung machtlos gegenüber. Dem verzweifelten Vater schwindet bald die Hoffnung, seine Tochter in der thailändischen Metropole lebend zu finden. Wie weit ist er bereit zu gehen?

Mit "Paradox - Kill Zone Bangkok" geht Wilson Yip´s "SPL" Franchise in die 3. Runde. Louis Koo, Gordon Lam und Tony Jaa können in diesem Actionfilm mal wieder zeigen, was sie können und die Gelegenheit dazu gibt es hier reichlich. Dabei ist die Story sehr interessant gestaltet und die starken Anleihen an Liam Neeson´s "Taken"-Reihe kann man kaum verschweigen. "Paradox" erzählt eine eigenständige Geschichte, die gelegentlich einige Handlungselemente aus dem 2. Teil aufgreift und so einen eher kleineren Bezug zum Franchise herstellt.

Die Story ist sehr emotional und erzählt eine Familientragödie, die für den Zuschauer in einem Mix aus aktuellen Geschehnissen und Rückblenden inszeniert wurde, wobei gerade die Rückblenden das schwierige Verhältnis zwischen Vater und Tochter erklärt und eine bedrückende Atmosphäre aufbaut. Louis Koo trägt maßgeblich dazu bei, denn nicht selten ist er gezwungen, sein Handeln und Tun möglichst ohne Dialoge mit Mimik und Gestik darzustellen. Dabei wird sehr schön ausgearbeitet, wie sich die Suche nach der Tochter zu einem hysterischem Wettlauf gegen die Zeit entwickelt und so steigt der Spannungsbogen kontinuierlich.

Mit steigendem Spannungsbogen wird auch das Tempo des Films erhöht. Die Action steht dann nicht selten im Mittelpunkt und auch wenn einige Szenen etwas zu konstruiert wirken, sind die Actionszenen eine weiteres, tragendes Element von "Paradox". Und hier wird dann ungewöhnlich viel von den Protagonisten, insbesondere von Louis Koo, abgefordert. Die Kämpfe und insbesondere die Choreografie sind wirklich sehenswert, auch wenn Wilson Yip insgesamt auf die explizite Gewaltdarstellung verzichtet. Viele Dinge werden nur angedeutet oder durch geschickte Kameraeinstellungen versteckt, so dass es nicht zu brutal zugeht und der Zuschauer trotzdem noch unterhalten wird. Sammo Hung, der für die Choreografie zuständig war, konnte hier all sein Wissen und Können einbringen, was dem Film wirklich zu Gute kam. So verwundert es auch nicht, dass der Film "Uncut" in Deutschland veröffentlicht wird.

Louis Koo ist hier ganz klar die Idealbesetzung und wird durch Wu Yeu, Gordon Lam und Tony Jaa ergänzt. Während Wu Yeu die Story maßgeblich mit voran treibt, handelt es sich jedoch bei Tony Jaa und Gordon Lam eher um kleinere Nebenrollen. Wo Tony Jaa zumindest in einigen Actionszenen noch etwas auftrumpfen kann, verkommt die Rolle von Gordon Lam zu einem absolut langweiligen Nebenpart, dem nicht mal angemessen Screentime eingeräumt wurde.

Das Gordon Lam hier den eigentlichen Antagonisten darstellen soll, bekommt man eher spät mit und sein Part ist nicht wirklich gut ausgearbeitet. Immer wieder wartet man auf eine weitere Person, die sich als Bösewicht autet. Sicherlich ist schon früh klar, was die Hintergründe sind, welche Personen hier die Strippen ziehen. Aber eine wirkliche Erläuterung der Zusammanhänge fehlen. So musste Wilson Yip am Ende noch eine Sequenz einbauen, in der die tatsächlichen Beweggründe des Antagonisten nochmal näher beleuchtet werden, um einen Runden Abschluss zu schaffen. 

Insgesamt war das Ende etwas zu platt, zu uninspiriert und zu belanglos und leider auch zu vorhersehbar. Es gab nicht wirklich eine zufriedenstellende Auflösung und man fragt sich unweigerlich, warum Wilson Yip sich für dieses Ende entschieden hat. Die guten Ansätze aus den ersten 2/3 des Films werden dann im letzten 1/3 nicht konsequent zu Ende geführt, was etwas schade ist. Manchmal bekommt man auch den Eindruck, dass "Paradox" auch nur funktionieren kann, wenn man sich als Zuschauer auf die ganzen "Zufälle" einlassen kann, die notwendig sind, um eine in sich runde Geschichte erzählen zu können. Aber als Action- und Martial Arts Fan kann man sich darauf gut einlassen, denn die Story ist für einen Actionfilm überraschend gut.

Aus technischer Sicht gab das vorliegende Pressemuster keine Kritikansätze. Das Bild ist durchweg klar, kontrastreich und insgesamt zufriedenstellend. Die deutsche Synchronisation gefiel sehr gut, wobei sowohl die Sprecher als auch die Dialoge sich sehr gut ins Konzept einfügten. Koch Media Film hat die Bluray noch um einige Making-of- Inhalte ergänzt, die etwas mehr Einblicke in die Dreharbeiten geben, insgesamt aber nicht wirklich notwendig waren. Dazu werden in diesen "Making of" Inhalten zu wenig wirkliche Zusatzinformationen geboten.  

"Paradox - Bangkok Kill Zone" erzählt eine emotionale, spannende und actionreiche Geschichte, die zum Ende hin etwas abflacht aber mit harter Action, für die Sammo Hung verantwortlich war, punkten kann. Louis Koo in Bestform.

 

 

(c) Gelber Drache 2018

Fazit
Empfehlenswert 3.5 von 5

[ "Paradox - Bangkok Kill Zone" erzählt eine emotionale, spannende und actionreiche Geschichte, die zum Ende hin etwas abflacht aber mit harter Action, für die Sammo Hung verantwortlich war, punkten kann. Louis Koo in Bestform. - イエロードラゴン ] /// [ Ich war um ehrlich zu sein etwas entäuscht vom dritten Teil der "Kill Zone"-Reihe. Der Film konnte dem zweiten Teil mit Tony Jaa als Hauptbesetzung und noch weniger dem ersten Teil das Wasser reichen. Alles in allem trotzdem ein netter action Film, ausserdem habe ich wie mein Teamkollege selten oder vielleicht auch nie Lous Koo "so" kämpfen gesehen ^^ - Tenshi Kitano ]