Review zu "Rampant"

Titel: Rampant
Originaltitel:
Changgwol (창궐)
Publisher: Splendid Film
Rezensionsexemplar: Verkaufs-Bluray Limitiertes 2-BD-Mediabook

Produktionsland: Südkorea 2018
Veröffentlichungsdatum: 29.03.2019
Genre: Horror, Aktion
Spieldauer: ca. 122 Minuten

Rezension

Inhaltsangabe:

16. Jahrhundert, Südkorea: Eine unheimliche Seuche, die Menschen in lichtscheue, rasende Bestien verwandelt, bedroht das komplette Land. Auch Kronprinz Lee Chung (Hyun Bin), der eben aus China zurückkehrt, wird von Infizierten angegriffen. Der hervorragende Schwertkämpfer weiß sich allerdings zu wehren und hat einen Plan, um die rasende Horde aufzuhalten, die den Kaiserpalast zu überrennen droht. Der intrigante Minister Jang (Jang Dong-gun) hat allerdings ganz andere, finstere Pläne ...

Der südkoreanische Horrorfiom "Rampant" vereint die Schauspieler Jang Dong-gun und Hyun Bin mit Starregieseur Kim Sung-hoon und versucht, an den Kassenschlager "Train to Busan" anzuknüpfen und das aufstrebende Subgenre des Zombiethrillers weiter nach vorn zu bringen. So fällt sofort auf, dass hier auch alles etwas größer, breiter und massiger ausgelegt ist, als in "Train to Busan", was erstmal gut klingt.

Aber wo "Train to Busan" mit klugen Einfällen, einer guten Erzählweise und selten in einem Horrofilm gesehenen emotionalen Ansätzen glänzen konnte, enttäuscht "Rampant" mit altbackenen Inhalten und einer stupieden, emotionslosen Story und macht aus "Rampant" einen "typischen" Zombiethriller. Dabei soll jetzt nicht der Eindruck erweckt werden, dass "Rampant" besonders schlecht ist, denn das ist er bei Weitem nicht, aber im Vergleich mit "Train to Busan", auf dessen Erfolgswelle "Rampant" mitreiten möchte, verliert er in allen Bereichen.

Die Story ist zweckmäßig, spart aber große Überraschungsmomente oder Wendungen aus. Dadurch wird der Film sehr vorhersehbar, was die Spannung heraus nimmt. Insgesamt inhaltlich mehr als Innovationslos.

Dazu ist die Erzählweise langatmig und gerade der Anfang zieht die Story richtig zäh in die Länge. Auch wenn der Film zum Ende hin viel Fahrt aufnimmt und dadurch einiges wieder gut machen kann, enttäuscht das Finale doch sehr. Dann kommt noch hinzu, dass wichtige Dinge des Film nicht gut ausgearbeitet sind, so dass man diese einfach nicht nachvollziehen kann. Garniert wird das Ganze dann noch mit einigen Logiklücken, so dass die Story am Ende etwas enttäuschend im Gedächtnis bleibt. "Rampant" hat Potential, was die Macher aber leider nicht ausgereizt haben.

Die Umsetzung von "Rampant" ist gut gelungen. Die Masken und das Make-Up der Zombies ist gut gemacht und die dezent eingesetzten CGI Effekte, die oft für die Hintergründe zum Einsatz kommen, sind kaum erkennbar und somit nicht störend. Die Schauspieler sind gut besetzt und machen ihre Arbeit zufriedenstellend. Allerdings bleiben einige Nebencharakater überaus blass, was auch an der bereits kritisierten zähen Erzählweise liegt.

Splendid Film überzeugt hier mal wieder mit der deutschen Lokalisation und insbesondere die Spezial Edition (limitiert auf 2000 Stück) ist mit vielen Bonusinhalten gespickt. Die Synchronisation ist gut gelungen, wobei wir immer den Originalton mit deutschen Untertiteln bevorzugen. Bild- und Tonqualität überzeugen auf der ganzen Linie, lediglich das Cover ist etwas Geschmacksache und gefällt mir jetzt nicht wirklich. 

"Rampant" beeindurckt mit großer Kullisse, verschenkt aber durch die innovationslose Story und langatmiger Erzählweise viel Potential und ist im Ergebnis mal wieder "nur" ein typischer Zombiethriller.

Fazit
empfehlenswert 3.2 von 5

Insgesamt ist "Rampant" ein ordentlicher Horrorfilm, der sich zu Beginn etwas zäh in die Länge zieht, aber später dafür mit vielen Aktionszenen entschädigt. Leider wird das Potential nicht ganz ausgeschöpft, so dass ein typischer Zombiefilm herausgekommen ist, der nichts neues bietet und nicht an den gut gemachten "Train to Busan" heran kommt.
Rampant
Rampant
FSK
ab
16
freigegeben
창궐