Review zu "Shoplifters - Familienband"

Titel:Shoplifters – Familienbande
Originaltitel: 万引き家族

Publisher: Universum Film (c) Universum Film GmbH
Rezensionsexemplar: Verkaufs-Bluray zur Verfügung gestellt von
S&L Medianetworx GmbH 
Produktionsland: Japan 2018
Veröffentlichungsdatum: 10.05.2019
Genre: Drama
Spieldauer: ca. 119 Minuten

Rezension

Inhaltsangabe:

Nach einer Diebestour treffen Osamu Shibata und sein Sohn Shota auf das kleine, verwahrloste Mädchen Yuri . Kurzerhand tut Osamu das, was der Gelegenheitsarbeiter am besten kann - er “stibitzt” Yuri und nimmt sie für eine warme Mahlzeit mit nach Hause. Die anfänglichen Bedenken seiner Frau über das neue Familienmitglied sind schnell verflogen. Umgeben von anonymen Wohnblöcken lebt die bunte Truppe mithilfe von kleinen Betrügereien und trotz widriger Umstände glücklich zusammen. Bis zu dem Tag, an dem ein unvorhergesehener Vorfall bisher gut geschützte Familiengeheimnisse enthüllt. Jetzt muss sich beweisen, ob diese Menschen mehr verbindet, als ihr Dasein als Kleingauner und Lebenskünstler…

Von Kritikern wird der japanische Filmemacher Hirokazu Kore-eda gerne mit Yasujiro Ozu verglichen, da er wie dieser oft von familiären Beziehungsdramen erzählt. Kore-eda selbst erklärte allerdings in einem Interview, dass er sich stärker in der Tradition von Mikio Naruse und Ken Loach sieht, Regisseure, die sich ebenfalls mit sozialen Gemeinschaften, insbesondere aber auch mit der Arbeiterklasse beschäftigen. Beides trifft mehr denn je auf Kore-edas neuen Film »Shoplifters« zu, der 2018 in Cannes die Goldene Palme gewann.

Im Mittelpunkt steht eine etwas andere "Familie", die im Rande von Tokyo lebt und sich mit kleinen Diebstählen und Gaunereien über Wasser halten. Zu Beginn greift das vermeintliche Familienoberhaupt Osamu nach einer Diebestour ein kleines Mädchen auf und nimmt dieses mit nach Hause. Die fünfjährige Yuri wirkt verwahrlost und hungrig, und so nimmt Osamu sich ihrer an. Das Mädchen wird schnell von der ganzen Familie angenommen und eher beiläufig werden die weiteren Geschehnisse in die Story eingebunden.

Grundsätzlich bietet "Shoplifters - Familienbande" ein interessantes Setting, verliert sich leider inhaltlich in der eher beiläufigen Erzählweise. Es dauert sehr lange, bis man überhaupt einen kleinen, roten Faden entdeckt. Insgesamt leidet "Shoplifters" stark daran, das die Story keinen wirklichen Fokus setzt und man nicht wirklich weiß, wer hier überhaupt die Hauptrolle spielt oder wo die Story wirklich hin will und zuweilen droht der Film durch dramaturgische Monotonie ins Lähmende zu kippen. Die gesellschaftskritischen Themen werden auch nur "angerissen" und es wird viel Potential ungenutzt gelassen.

Weiter empfand ich die deutsche Synchronisation nicht ganz so gut gelungen, da die Sprecher teilweise nicht zu den Chrakteren passen wollen. Das Bild der vorliegenden DVD Fassung war in Ordnung und auch die Surround-Abmischung passt gut. Mehr als den Film und einige Trailer finden man dann aber auf der DVD nicht.

Insgesamt ist "Shoplifters" durchaus einer der besseren japanischen Filme, die den Weg nach Deutschland gefunden haben. Auch wenn er inhaltlich nun etwas gemächlich daher kommt und eigentlich nicht wirklich eine abgeschlossene Geschichte erzählt, erhält man in "Shoplifters" einen Einblick in den Lebensalltag einer japanischen Familie. "Shoplifters" ist ein ruhiges Filmvergnügen ohne große Überraschungen und recht durchschnittlich.

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Fazit
4 von 5

Shoplifters - Familienbande
Shoplifters - Familienbande
FSK
ab
6
freigegeben
万引き家族 / manbiki kazoku