Review zu "Wolf Warrior II"

Titel: Wolf Warrior 2
Originaltitel: Zhan Lang 2 (Netflix-Titel)
Publisher: Netflix
Rezensionsexemplar: Stream
Produktionsland: China 2017
Veröffentlichungsdatum: August 2018
Aktion, Martial Arts
Spieldauer: ca. 120 Minuten


Rezension

Inhaltsangabe:

Eine chinesische Spezialeinheit nimmt erneut den Kampf auf, um die Zivilisten in einem afrikanischen Kriegsgebiet vor Söldnern und Waffenhändlern zu schützen.

Wu Jing konnte bereits in 2015 mit "Wolf Warrior" überzeugen, bei dem er, neben der Hauptrolle, bereits Teile des Drehbuches schrieb und die Regiearbeit übernahm. Aufgrund des sehr großen Erfolges in China war der 2017 entstandene Nachfolger dann auch eine logische Folge, wobei auch hier Wu Jing als Co-Autor am Drehbuch mitwirkte, die Hauptrolle sowie die Regie übernahm. Nur dieses Mal mit einem wesentlich höheren Budget.

Wer den ersten Teil kennt, wird dann auch wissen, worauf man sich hier einlässt. Denn "Wolf Warrior 2" lebt sicherlich nicht von einer ausgefeilten Storyline. Die Geschichte ist zweckmäßig, wenig überraschend aber insgesamt passend für einen Actionfilm und erinnert mich stark an das 80er Jahre Action-Kino.

Viele Schießereien, Martial Arts Einlagen und Explosionen kommen zum Einsatz, wobei hier viel mit echter Pyrotechnik gearbeitet wird und weniger CGI zum Einsatz kommt. Das macht die Actionszenen authentisch, auch wenn hier sehr oft sehr viel übertrieben wird. Und Wu Jing versteht es hier sehr gut, sich selbst stark in den Fokus des Films zu setzen, denn oft können wir uns von seinem durchtrainierten Körper und seinen kämpferischen Fähigkeiten überzeugen. Das führt aber leider auch dazu, dass die anderen Schauspieler stark in den Hintergrund rutschen. Gerade Frank Grillo hat extrem wenig zu tun und ist oftmals nur damit beschäftigt, düster guckend eine Zigarre in die Kamera zu halten.

Das Setting von "Wolf Warrior 2", angesetzt in Afrika, spielt an wenigen Schauplätzen, die wohl durchdacht sind und stark den Erfordernissen an die Action angepasst wurden. Es gibt große Siedlungen mit engen Gassen, ein Krankenhaus und eine chinesische Fabrik, die aber allesamt mit der Wirklichkeit wenig zu tun haben. Schade, dass man hier wenig Wert auf Realismus gelegt hat und stattdessen lieber schaut, welche Dinge als nächstes zum Einsatz kommen sollen, um das Setting entsprechend präparieren zu können. "Als nächstes sollen Panzer kommen, also bauen wir irgendwelche Barrieren in den Weg, egal ob diese jetzt da hin gehören oder nicht"; so oder zumindest so ähnlich könnte man sich das Entstehen einiger Szenen vorstellen. Insgesamt führt das natürlich zu einigen rasanten Kameraeinstellungen, schadet aber insgesamt der Glaubwürdigkeit.

Natürlich darf in dem Film eine gehörige Portion Pathos nicht fehlen. China wird hier so oft glorifiziert, dass es schon weh tut. Aber das kann man als Actionfan ruhig übersehen und macht den Film nicht wirklich schlecht.

Die dünne Story und die starke Fokusierung auf Wu Jing sind zwar störend, dafür entschädigen die Actionszenen vollends und Actionfans dürften voll auf ihre Kosten kommen. Allerdings verzichtete Netlix auf eine vollständige Lokalisierung. Lediglich deutsche Untertitel hat man dem Film gegönnt. Da der Film in Afrika spielt, wurden viele Szenen in englisch gedreht, so dass Untertitel nicht immer erforderlich sind (vorausgesetzt man beherrscht die englische Sprache).

 

(c) 2018 Gelber Drache

Fazit
empfehlenswert 3.2 von 5

Wu Jing´s "Wolf Warrior 2" ist in allen Belangen ein guter Actionfilm. Etwas zu stark auf sich selbst (Wu Jing) fokusiert, punktet der Film mit guten Actioneinlagen. Die dünne Story und etwas zu viel Pathos mindern den Gesamteindruck kaum.
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