"Train to Busan" Review

In Zeiten von Serien wie „The Walking Dead“ und massenhaften Horrorfilmen rund um das Thema „Zombies“ ist es schon recht schwer, etwas wirklich Neues auf die Leinwand zu bringen und manchmal schaffen es Filme wie „The Girl with the Gift“ das Thema doch noch um Facetten zu erweitern.

Aber dann gibt es auch Filme, die wollen das Genre nicht neu erfinden und wollen einfach nur auf dem altbekannten aufbauen und es dann vielleicht noch besser machen. Und hierzu gehört ganz deutlich „Train to Busan“. „Train to Busan“ war für mich eine kleine Überraschung und ich kann nun nachvollziehen, warum der Film in Südkorea mit über 11 Millionen Zuschauern, so erfolgreich war.

Regisseur und Drehbuchautor Yeon Sang-ho war mir bisher nicht bekannt – vermutlich daher, dass er bisher nur Animes produziert hat und dieses sein erster Realfilm ist. Irgendwo hatte ich dann noch gelesen, dass er mit „Seoul Station“ einen direkten Vorgänger zu „Train to Busan“ als Anime produziert hat, den ich später auch noch behandeln werde.

„Train to Busan“ bietet eine geschickte, kleine Rahmenhandlung in Form eines Familiendramas das in eine Zombieapokalypse endet. Dabei steht hier, ähnlich wie in World War Z, der Ausbruch und die schnelle Verbreitung der Zombies klar im Mittelpunkt und es wird jedes gängig Zombieklischee bedient, welches es gibt. Dieses allerdings nie übertrieben, nie am falschen Platz und auch wenn man weiß, was als nächstes passiert, ist es doch recht spannend.

Die Hauptpersonen sind dann auch recht gut besetzt und spielen ihre Rollen wirklich sehr gut. Einige Nebenrollen fallen aber etwas negativ auf, was ich etwas schade finde. Denn in diesem Film ist nicht gerade schauspielerische Höchstleistung gefragt und da ist es doch schon komisch, dass man so unprofessionell agiert.

Recht angenehm fand ich auch die Synchronisation, denn die Stimmen waren alle sehr gut besetzt und die Dialoge waren überwiegend auf einem angemessen. Nur einmal kurz vor Schluss hat man sich entweder bei der Lokalisierung oder im Drehbuch zu etwas hinreissen lassen, was ich in einem ernstgemeinten Horrorschocker nun wirklich nicht sehen muss…. einen, nach seine Mama rufenden Zombie.

Es mag sein, dass der ein oder andere hier etwas sozialkritisches in „Train to Busan“ heraus sehen möchte. Allerdings wirkt dieses für mich eher aufgesetzt und passt eigentlich nicht in der gewählten Form hier rein. Aber man kann gut darüber hin weg sehen.

Schade finde ich, dass so der letzte Zombiekick dann gefehlt hat. Denn gruselig war der Film kaum, denn er spielt überwiegend am helllichtem  Tage, hat immer enormes Tempo und lässt Schockmomente ala Resident Evil vermissen.

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Fazit
empfehlenswert 3.2 von 5

Insgesamt ein recht gut gemachter Horrorfilm, der zwar das Rad nicht neu erfindet, die Zutaten für einen Zombiefilm aber gut mischt und dadurch ein recht ordentlichen Film auf die Beine stellt, der lediglich mit Schockmomenten geizt und dafür etwas mehr auf Tempo setzt. Die angedeutete Sozialkritik kam mir etwas aufgesetzt vor und es war einfach zu offensichtlich.
Train to Busan Cover
Train to Busan
FSK
ab
16
freigegeben
부산행